Zehn Tage nach dem Brand
Normalität zieht langsam ein im Christian Jensen Kolleg
Der Gottesdienst am Samstag (12.12.) hat wirklich gut getan. Mit vielen Menschen, die die Brandstiftung vom 5.12. in unruhig und traurig gemacht hat, haben wir die vergangenen Tage ins Gebet genommen. Haben Trauer, Ohnmacht und Wut vor Gott gebracht, aber auch Dank für Bewahrung und für gesegnete Gemeinschaft.
Nun ist die Brandruine des historischen Missionshauses bereits eingerüstet, und der Schutt auf dem völlig zerstörten Dachgeschoss wird von den Mitarbeitern der Brandsanierern abgetragen. Am Montag erhält das Haus ein Notdach, und im Januar startet die Entkernung des Hauses.
Ein Förderkreis entsteht
Die vielfältige Unterstützung bekommt einen nachhaltigen Rahmen
Viele haben uns gefragt: was können wir tun?
Etliche haben uns Geld geschickt, Kollekten gesammelt.
Herzlichen Dank für die zahlreichen Zeichen
von Solidarität und konkreter Hilfe!!!
Weil wir nun wissen, dass unsere Versicherungen (Basler, Allianz, Ekklesia) die Kosten für den Wiederaufbau des Missionshauses, die Einrichtung der Arbeitsräume sowie die Schäden durch unsere Arbeitsunterbrechungen tragen wollen, werden wir einen Förderkreis Christian Jensen Kolleg einrichten.
Brand im Christian Jensen Kolleg Breklum
Bestürzung in der Nordelbischen Kirche
07.12.2009 | Breklum (frb).
Die Nachricht vom Brand im Christian Jensen Kolleg in Breklum (Nordfriesland) in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag (5./6. Dezember) hat sowohl in der Region als auch in der ganzen Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK) große Bestürzung ausgelöst.
Bildungsdiskussion mit und ohne Minister
3. Demokratie-Kolleg fragt „Welche Bildung braucht ein Mensch?“

Dass sich unter schlimmsten Wetterbedingungen immer noch mehr als 70 Menschen auf den Weg ins Christian-Jensen-Kolleg (CJK) gemacht hatten, war ein Zeichen für die Bedeutung des Themas. "Welche Bildung braucht der Mensch?" - zu der Podiumsdiskussion hatte Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug sein Kommen zugesagt. Mit ihm sollten Edeltraut Dahmani, Schulleiterin in Klixbüll, Susanne Baum, Leiterin des Psychologischen Beratungszentrums Husum und Hans-Ulrich Kessler, Leiter des PTI, diskutieren.
"Ich freue mich, dass Sie es hierher geschafft haben", sagte Friedemann Magaard, Leiter des CJK in seiner Begrüßung. "Das ist leider nicht jedem gelungen." Der Bildungsminister hatte aufgrund der Witterungsverhältnisse kurzfristig abgesagt. Mit viel Humor und großem Einsatz diskutierten Gäste und Besucher trotzdem über Bildungsgerechtigkeit und die Verbesserung der Zukunfts-Chancen für alle Kinder.
Ein weiter Bildungsbegriff stand dabei im Zentrum der Diskussion: Es gehe nicht allein darum, "möglichst viel Wissen in möglichst kurzer Zeit in die Kinder hineinzupressen", wie Edeltraut Dahmani erklärte, sondern wichtiger sei, die Kinder in ihren eigenen Lernprozessen zu unterstützen und sie immer und unter allen Umständen als wertvolle Menschen zu betrachten. "Du bist was. Du kannst was. Wer, wenn nicht du?" - für die Schulleiterin ist die Stärkung der Persönlichkeit für einen gelungenen Bildungsprozess unumgänglich.
Die Rahmenbedingungen dafür seien nicht gut, darin waren sich die Fachleute einig. Hans-Ulrich Kessler warb für klassenübergreifenden Unterricht und eine Aufhebung des strengen 45-Minuten-Taktes. Lehrer sollten eher "bildende Künstler" als "Erziehungsmechaniker" sein. Susanne Baum wünschte sich, dass Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen mehr Hand-in-Hand arbeiten. "Viele Kinder gehen verloren, weil die Zuständigkeiten hin und hergeschoben werden", sagte sie.
Aber auch aus dem Publikum kamen kreative und umsetzbare Ideen. So äußerte sich eine Teilnehmerin eindeutig pro Gemeinschaftsschulen. Sie richtete einen Appell an den abwesenden Bildungsminister, dass auf dem gerade eingeschlagenen Weg jetzt nicht zurückgerudert werden dürfe. Eine andere warb für ein zweckfreies Bildungsverständnis und dafür, den Unterrichtsstoff zu entrümpeln.
Die Veranstaltung im Rahmen des Demokratiekollegs war die dritte ihrer Art und wurde gemeinsam vom CJK, dem ERW, dem NMZ und dem PTI organisiert. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe hatte das Thema vorbereitet. "Wir wollen den Termin mit Herrn Klug baldmöglichst nachholen", versprach Friedemann Magaard. Dies wird voraussichtlich am 31. März stattfinden.
Text: Inke Raabe
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